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Anmerkungen zu den Büchern über Carlos und Erich Kleiber
1957 veröffentlichte der Engländer John Russel die erste Biografie über Erich Kleiber. Eigentlich hätte das Buch aus einer „deutschsprachigen Feder“ kommen müssen, bedauerte später nicht nur der bekannte Musikpublizist K. H. Ruppel. Dies und die Tatsache, dass es das einzige blieb, spiegeln die Tragik des Exilanten wider, der über ein Jahrzehnt fern von deutschem Musikleben gewirkt hatte und dem es letztlich aus politischen Gründen weder in seiner Heimat Österreich noch in Deutschland gelang, Fuß zu fassen. Galt er als Emigrant eh schon als verdächtig, brachte den aufrechten Konservativen sein am Ende geplatztes Engagement an der Staatsoper in Ostberlin im politisch zerrissenen Nachkriegsdeutschland gänzlich ins politische Abseits. Umso leichter wurde er dann in Wien ein Opfer von Intrigen, in denen seine Hoffnungen auf die Leitung der Wiener Staatsoper zerstoben.
Was findert man was wo über Carlos Kleiber?
Am Internet führt heute kein Weg mehr vorbei. Als ich in den 90er-Jahren begann, mich damit zu beschäftigen, waren gerade Mal fünf Prozent aller deutschen Haushalte im Netz. Das erste Stichwort, das ich damals in eine Suchmaschine eingab, war „Carlos Kleiber“. So gelangte ich auf die bis 2007 einzige, umfassendere Homepage über Carlos Kleiber, diejenige von Toru Hirasawa auf www.thrsw.com. Daraus entwickelte sich ein sehr fruchtbarer Kontakt. Mir lag natürlich auch daran, Toru Hirasawa zu helfen, seine Liste von Aufführungen Kleibers zu vervollständigen und zu korrigieren. Denn das Herzstück dieser japanischen Seite sind Listen von Carlos Kleibers Auftritten, der jemals veröffentlichten Aufnahmen sowie Neuigkeiten zu Kleiber Vater und Sohn.
Als die Veröffentlichung meiner Kleiber-Biografie bei Schott Konturen annahm, ging ich sofort daran, eine eigene Kleiber-Homepage unter der Domain www.carlos-kleiber.de zu konzipieren. Diese sollte nicht nur das Buchprojekt begleiten, sondern auch grundsätzliche Informationen zu Kleibers Leben und Schaffen vermitteln.
Neuer Beitrag: Liselot Tietjens Erinnerungen - von Alexander Werner
Heinz Tietjens Witwe Liselot über ihren Mann und ihre Bekanntschaft mit Erich, Ruth und Carlos Kleiber
Jahrzehnte sind vergangen, seit Liselot Tietjen als Solotänzerin an der Berliner Staatsoper in Berlin engagiert war. Dort lernte sie in den 20er-Jahren nicht nur ihren späteren Mann Heinz Tietjen kennen, sondern auch Erich Kleiber, den Generalmusikdirektor der Staatsoper unter den Linden, und dessen Frau Ruth. Erstaunlich frisch und lebendig sind die Erinnerungen der alten Dame, die im August 2009 ihren 98. Geburtstag feierte. Erich Kleiber erlebte sie persönlich und bei der Arbeit nicht nur in Berlin, sondern auch bei Gastspielreisen, auf denen sie Heinz Tietjen begleitete. Tietjen leitete die Staatsoper ab 1926, wurde 1927 Generalintendant aller preußischen Staatstheater und 1931 künstlerischer Leiter des Bayreuther Festspiele. Gerade bei diesen Reisen kamen sich Liselot Tietjen und Ruth Kleiber, die Mutter des später weltweit gefeierten Dirigenten Carlos Kleiber, nahe. Sie waren damals oft zusammen, wohnten im gleichen Hotel, bummelten durch die Städte, besuchten Museen und schauten sich oft gebannt gemeinsam die Proben und Aufführungen der beiden Dirigenten an.
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TV-Doku über Kleiber zum 80. Geburtstag
„Spuren ins Nichts – Der Dirigent Carlos Kleiber“ lautet der Titel einer Filmdokumentation, die erstmals im Juli von ServusTV in Salzburg anlässlich des 80. Geburtstags von Carlos Kleiber in einer Lang- und Kurzversion ausgestrahlt wurde. Ich freue mich, dass ich bei diesem Film als Interviewpartner mitwirken und mit begleitenden Informationen und Beratung zu dessen Gelingen habe beitragen können. Erstausstrahlung: 25. Juli, 11:55 Uhr auf ServusTV (Langversion 72min) Informationen zum Film bei ServusTV (Seite öffnen) Der Film soll bald auf DVD erscheinen |